Was du im ersten Jahr ins Hochbeet pflanzen musst

Dein Hochbeet ist fertig oder zumindest geplant, und die Gartensaison kommt bald. Du hast bestimmt schon Lust, loszulegen. Im Januar oder Februar sitzen viele von uns mit einer Tasse Tee da und blättern durch Saatgut-Kataloge. Doch genau hier fängt oft die Verwirrung an: Was kann man wann pflanzen? Vertragen sich alle Pflanzen miteinander? Und muss man wirklich aufpassen, wenn man anfängt?

Keine Sorge! Ein Hochbeet bepflanzen in dem ersten Jahr ist wirklich nicht so kompliziert. Tatsächlich ist das erste Jahr ein besonderes Jahr für dein Hochbeet, weil deine Pflanzen dann optimal versorgt werden. Ich helfe dir, diesen Nährstoffvorteil richtig zu nutzen, damit du nicht den Überblick verlierst.

Wie befülle ich ein Hochbeet richtig?

Bevor wir anfangen zu pflanzen, sollten wir einen kurzen Blick in unser Beet werfen. Damit unser Plan funktioniert, ist es wichtig, dass die Füllung stimmt. Ein traditionelles Hochbeet besteht aus verschiedenen Schichten. Ganz unten finden wir grobes Material wie Äste und Zweige, die für eine gute Belüftung sorgen. Darüber kommen Häckselgut, Laub und Rohkompost. Und ganz oben verwenden wir feine, hochwertige Pflanzerde.

Das ist wichtig, weil es einen großen Unterschied für dein Hochbeet macht. Wenn du es richtig füllst, kann es wie eine Heizung wirken. Das passiert, weil die unteren Schichten verrotten und dabei Wärme erzeugen. Diese Wärme ermöglicht es uns, früher mit dem Anbau zu beginnen als in einem Beet, das direkt auf dem Boden liegt.

🌱 Hochbeet Füll-Rechner

Gib die Maße deines Beets ein und erfahre sofort, wie viel Material du pro Schicht brauchst.

Gesamtvolumen: 0 Liter
  • 1. Grobes (Äste/Zweige) ~30% 0 Liter
  • 2. Laub/Rasen/Häcksel ~20% 0 Liter
  • 3. Kompost/Mist ~20% 0 Liter
  • 4. Pflanzerde (Fein) ~30% 0 Liter

Hinweis: Die Werte sind Richtwerte für eine klassische 4-Schicht-Befüllung.

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Hochbeet bepflanzen im 1. Jahr

Das wichtigste Gesetz für dein neues Beet ist ganz einfach: Es gibt reichlich Nährstoffe. Wenn du das Beet mit frischer Erde befüllst, besonders wenn du Kompost oder Mist hinzufügst, dann ist die Erde richtig kräftig. Das ist großartig, aber es ist wichtig zu wissen, welche Pflanzen damit umgehen können.

Wenn wir das Hochbeet bepflanzen im ersten Jahr, setzen wir daher primär auf sogenannte Starkzehrer. Das sind Pflanzen, die sehr viele Nährstoffe benötigen, um groß und stark zu wachsen. Wenn man jetzt Schwachzehrer wie Salat oder Kräuter als Hauptkultur setzen würde, würden diese zu viele Nährstoffe erhalten und könnten dadurch zu viel Nitrat speichern. Starkzehrer wie Tomaten oder Gurken sind hier besser geeignet, da sie die vorhandenen Nährstoffe effektiv nutzen können. Es ist wichtig, die richtigen Pflanzen für das erste Jahr auszuwählen, um das Hochbeet optimal zu nutzen und die Pflanzen gesund zu halten.

Ideale Pflanzen für dein erstes Jahr:

  • Tomaten

  • Zucchini

  • Kürbis

  • Kohlarten (Brokkoli, Blumenkohl)

  • Gurken

  • Paprika


Aber Moment! Diese Pflanzen dürfen meist erst im Mai, also nach den Eisheiligen, nach draußen. Was machen wir bis dahin? Das führt uns zu einer der häufigsten Fragen:

Was kann man im März ins Hochbeet pflanzen?

Wir wollen keine Zeit verschwenden. Die Wärme, die durch den Verrottungsprozess entsteht, und die exponierte Lage helfen uns, früher zu beginnen. Besonders bei Hochbeeten aus Metall, die sich schnell aufheizen, können wir früher anfangen. Im März nutzen wir den Platz für eine schnelle Vorkultur, bevor die großen Starkzehrer wie zum Beispiel Tomaten oder Gurken im Mai einziehen.

Hier ist dein konkreter Plan für den Start im Frühling:

Gemüse Pflanz-Art Besonderheit im 1. Jahr
Radieschen Aussaat Perfekt als Lückenfüller. Sie sind schnell erntereif, bevor die Tomaten Platz brauchen.
Spinat Aussaat Achtung: Im 1. Jahr nur in Maßen, da er Nitrat speichert. Nutze ihn eher als Gründüngung oder ernte sehr jung (Babyspinat).
Rucola Aussaat Wächst wie Unkraut (im positiven Sinne!). Schnell ernten.
Frühe Karotten Aussaat Sorten wie "Pariser Markt" (runde Karotten) gehen gut, da sie nicht tief wurzeln müssen.
Pflücksalat Pflanzung Besser als Kopfsalat. Nimm vorgezogene Setzlinge, damit du schnell ernten kannst, bevor der Mai kommt.


Wichtig: Plane im März so, dass du im Mai genug Platz hast. Wenn du jetzt alles mit Spinat vollhaust, wo sollen dann in 8 Wochen deine Zucchini hin? Lass Lücken oder ernte konsequent ab!

Die "Wunschbeet"-Praxis-Tipps

Ich wünsche dir viel Erfolg und gebe dir noch drei wichtige Tipps mit auf den Weg, die oft übersehen werden:

  1. Wenn du ein Hochbeet aus Metall oder Cortenstahl hast, ist das im März ein großer Vorteil. Das Metall überträgt die Wärme der Sonne direkt in den Boden. Der Boden in deinem Metall-Hochbeet ist oft zwei bis drei Grad wärmer als in einem Holzbeet. Um diese Wärme zu nutzen, decke das Beet nachts im März mit einem Vlies ab. Das Vlies wirkt wie ein kleines Gewächshaus und hält die Wärme im Boden.

  2. Beim Anlegen deines Gartens solltest du auf die Sonnenseite achten. Plane deine Bepflanzung danach, wie hoch die Pflanzen werden. Im ersten Jahr wachsen Zucchini und Tomaten sehr groß. Setze die hohen Pflanzen nach Norden oder in die Mitte deines Gartens, und die niedrigen Pflanzen, wie hängende Erdbeeren oder Kapuzinerkresse, an den Südrand. Auf diese Weise steht niemand im Schatten.

  3. Schneckenabwehr ist besonders wichtig, wenn man ein Hochbeet hat. Im ersten Jahr ist das Futterangebot für Schnecken im Hochbeet sehr verlockend. Es ist also ratsam, ein Auge auf die jungen März-Pflänzchen zu haben. Metallhochbeete sind in diesem Fall oft im Vorteil, da Schnecken es schwerer haben, sie zu erklimmen. Eine Kupferkante kann hier noch zusätzlich helfen, die Schnecken abzuwehren.

Häufige Fragen (FAQ)

Ich beantworte dir hier noch kurz einige Fragen, die mir häufig gestellt werden. Ich halte mich kurz, damit du alles leicht notieren kannst.

Was pflanzt man im ersten Jahr ins Hochbeet?

Wenn man ein neues Hochbeet anlegt, ist es wichtig, die richtigen Pflanzen auszuwählen. Im ersten Jahr sind Starkzehrer ideal. Das sind Pflanzen, die viele Nährstoffe benötigen, um gut zu wachsen. Dazu gehören Tomaten, Zucchini, Gurken, Kürbis, Lauch, Sellerie und alle verschiedenen Kohlarten. Es ist besser, Schwachzehrer wie Erbsen und Bohnen erst in den Folgejahren ins Hochbeet zu pflanzen.

Ab wann kann man ein Hochbeet bepflanzen?

Das hängt von der Witterung ab, aber man kann normalerweise ab Ende Februar oder Anfang März beginnen. Es ist jedoch wichtig, dass der Boden frostfrei ist.

Man kann mit unempfindlichen Pflanzen wie Radieschen oder Spinat anfangen, besonders wenn man sie unter Vlies anbaut. Die Hauptkulturen wie Tomaten und Paprika, die empfindlicher gegen Frost sind, sollten erst ab Mitte Mai gepflanzt werden.

Muss ich die Erde in meinem Hochbeet nach dem ersten Jahr austauschen?

Nein, das ist nicht nötig. Es ist normal, dass die Füllung durch die Verrottung um etwa zehn bis zwanzig Zentimeter absackt. Du musst die Erde aber nicht komplett ersetzen. Im nächsten Frühjahr kannst du einfach frische Hochbeeterde nachfüllen.

Nach fünf bis sieben Jahren ist es jedoch ratsam, das Hochbeet einmal komplett neu zu befüllen.

Dein Plan steht!

Ein Hochbeet im ersten Jahr zu bepflanzen ist eigentlich ganz einfach, weil fast alles sehr schnell wächst. Konzentriere dich auf die hungrigen Gemüsearten, also die Starkzehrer, und nutze den März für die schnellen Vitamine, die du zwischendurch anbauen kannst.

Mach dir keine Sorgen, wenn eine Pflanze nicht so wächst, wie du es dir vorstellst. Das Gärtnern ist ein Prozess, bei dem man viel lernt. Die Natur ist sehr nachsichtig und verzeiht viele Fehler.

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